Deutliche Anzeichen, dass deine Familie ein Alkoholproblem hat

Es gibt viele Seiten, auf denen du testen kannst, ob du Alkoholiker bist, abhängig oder gefährdet. Da steht dann welche Menge Alkohol am Tag vielleicht noch unbedenklich sind. Oder du musst einige Fragen beantworten zu deinem Alkoholkonsum. Hast Du dann eine bestimmte Punktzahl erreicht, bist Du dabei oder nicht.

Das halte ich für gefährlich, da es suggeriert, dass

  •  es einen unbedenklichen regelmäßigen Drogenkonsum gibt. 
  • der Abhängige der einzige Indikator ist, an dem man erkennt, wie weit der Alkoholkonsum bereits die Familie zerstört hat.  Kannst du denn wirklich ausschließen, dass die Schulprobleme deiner Kinder etwas mit deinen „Trinkgewohnheiten“ zu tun haben? Willst Du wirklich, dass deine Enkel so weitermachen wie du? Wenn DU die Kette nicht unterbrichst, wird das nie enden.
  • Verharmlosung ist oberste Säuferpflicht, daher werden Probleme gern bagatellisiert. Fangen wir hier mal ein Liste an mit gefährlichen Verhaltensmustern. Einige sind bereits in der Gesellschaft tief verankert, die meisten findest du aber in Trinkerhaushalten. Wenn dir etwas dazu einfällt, füge bitte einen Kommentar hinzu. Ich werde die Liste dann ergänzen.

    Deutlichen Anzeichen, dass deine Familie ein Alkoholproblem hat

  1. Ihr benutzt Verniedlichungen für Alkoholika: Bierchen, Weinchen und (der Lacher) Con-Jäckchen. Auch die Folgen exzessiven Trinkens werden verharmlost: ein Totalabsturz ist „einen über den Durst getrunken“.
  2. Wenn du dich an Ereignisse von früher erinnerst, fällt Dir immer ein, wo und was Du getrunken hast.
  3. Es gibt feste Rituale für den Tag nach übertriebenem Alkoholkonsum, Familienrezepte gegen den Kater…
  4. Klassiker 1: Ihr unterhaltet euch über einen Selbsttest zum Alkoholkonsum und einer sagt: „Da müssten wir ja alle Alkoholiker sein“. Steigerung: alle lachen!
  5. Ein Kind/Jugendlicher in deiner Familie trinkt regelmäßig Alkohol.
  6. Am Urlaubsort angekommen geht ihr erst einmal Alkohol besorgen oder habt ihn schon dabei.
  7. Klassiker 2: Oft verharmlost, aber fragt mal eure Kinder, wie sie das finden: Ihr seid auf einer gemeinsamen Feier. Die Kinder schlafen schon auf dem Schoß deines Partners aber du will nur noch einen „Schluck“ trinken, bevor alle gehen können.
  8. Du bekommst nur was zum Saufen als Mitbringsel – sogar von deinen Kindern.
  9. Du verschenkst nur was zum Saufen.
  10. Du machst immer wieder Trinkpausen.
  11. Ab und zu solltest Du morgens lieber nicht fahren.
  12. Wenn jemand aus eurer Familie den Führerschein wegen Alk verliert ist „der Staat“ oder „die Polizei“ schuld.
  13. Du wirst fast nur noch von Freunden und Bekannten eingeladen, die selber starke Trinker sind. Du umgibst dich am liebsten auch nur mit Trinkern.
  14. Ihr habt Rituale, bei denen Eure Kinder das erste Mal Alkohol bekommen und so den Eindruck erhalten dadurch erwachsen zu sein, als „Mann“ zu gelten, dazuzugehören. Bei Familienfeiern wie Konfirmation, Hochzeit, Taufe oder auf dem Volksfest.

2 Antworten auf „Deutliche Anzeichen, dass deine Familie ein Alkoholproblem hat“

  1. …du wirst fast nur noch von Freunden und Bekannten eingeladen, die selber starke Trinker sind. Du umgibst dich am
    Liebsten auch nur mit Trinkern…wer nicht oder wenig trinkt ist langweilig. Ein Mann der nicht trinkt, ist kein richtiger Mann!

    1. Danke, Stephanie 🙂

      Habe ich gleich mit aufgenommen.

      Das ist trinkende Umfeld ist schlimm, weil es das Aufhören zusätzlich erschwert.
      Auf seiner Seite myMONK hat der Betreiber Tim mal geschrieben „Unser Leben ist der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen wir die meiste Zeit verbringen.“
      Die 5 Menschen, die über Dein Leben bestimmen
      myMonk.de schätze ich sehr. „Die Seite für innere Ruhe und verwirklichte Träume“ (Tim) hat mir schon sehr geholfen.

      Das Trinken als Männlichkeitsritual ist tief in der Gesellschaft verankert. Daher dachte ich erst, das passt nicht ganz in die Aufzählung. Aber Du hast recht. Das passiert zuerst in der Familie. Wenn der rotnasige Vater seinen vierzehnjährigen Sohn auf Kirchweih zum Frühschoppen mitnimmt, um mal ein „Männergespräch“ zu führen – eine Radlermaß kann ja nicht schaden – dann ist eigentlich schon sicher mit welchen Problemen der Bub in 20 Jahren kämpfen wird.

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